DeZiS - Demokratischer Zusammenhalt in Sachsen



Im Projekt DeZiS wird sowohl die demokratische Qualität der politischen Kultur als auch der gesellschaftliche Zusammenhalt in Sachsen interdisziplinär erforscht. DeZiS leistet einen Beitrag, die tiefgreifenden und nachhaltigen Herausforderungen auf dem Gebiet der gesellschaftlichen Integration von Geflüchteten und anderen Migrantengruppen besser zu verstehen, desintegrativen Entwicklungen wie Fremdenfeindlichkeit und Rechtsextremismus entgegenzuwirken und innovative Strategien zur Förderung von demokratischem Zusammenhalt und gesellschaftlicher Integration zu entwickeln.

DeZiS umfasst folgende Teilprojekte:

a) Herausgabe „Handbuch Integration“: Mit dem Handbuch Integration wird ein Grundlagenwerk mit ca. 60 Aufsätzen zum Themenbereich politische und gesellschaftliche Integration und sozialer Zusammenhalt vorgelegt, das 2019 im Verlag Springer VS erscheint (online first). Es wird gemeinschaftlich von den IFRiS-Mitgliedern Gert Pickel, Oliver Decker, Steffen Kailitz, Antje Röder und Julia Schulze Wessel konzipiert, betreut und herausgegeben.

b) Gruppendiskussionen mit syrischen Geflüchteten: Aufbauend auf dem ersten IFRiS-Projekt Flucht und Integration (FLIN) mit einer Pretest-Befragung von 61 Geflüchteten werden zwei Gruppendiskussion von je 120 Minuten mit syrischen Geflüchteten durchgeführt. Ziel des Teilprojekts ist es, die Kenntnisse über Geflüchtete zu erweitern. Zentrale Themenfelder der Gruppendiskussionen sind Identitätsbildungs- und Abgrenzungsprozesse in der Herkunfts- und Ankunftsgesellschaft, demokratische Strukturen und individuelle Freiheiten im privaten/familiären und gesellschaftlichen Bereich sowie Diskriminierungserfahrungen. Das Teilprojekt wird unter der Leitung von Frank Asbrock (TU Chemnitz) und Julia Schulze Wessel (Universität Leipzig) umgesetzt.

c) „Rechtsextremismus und Rechtspopulismus in Sachsen“: Die ca. 60-seitige Broschüre analysiert politische Einstellungen (Sachsen-Monitor, „Mitte-Studien“), rechtsextremistische und rechtspopulistische Parteien, rechtsextreme und fremdenfeindliche Gewalt sowie die Rolle von Pegida. Die Broschüre wird von der Sächsischen Landeszentrale für politische Bildung (SLpB) herausgegeben und soll im Anfang 2019 erscheinen. An der Abfassung der Broschüre sind als gemeinschaftliche Autoren der Broschüre Uwe Backes, Steffen Kailitz (HAIT), Gert Pickel (Uni Leipzig) und Piotr Kocyba (TU Chemnitz) beteiligt.

d) Arbeitsmarktintegration und sozialer Zusammenhalt: In Kooperation mit dem Zentrum für Integrationsstudien (ZfI) an der TU Dresden wird untersucht, inwieweit sich Strukturen und Praktiken der Entscheidung, Beteiligung und Kooperation in sächsischen Unternehmen mit der Beschäftigung von Geflüchteten und der „Interkulturalisierung“ bestehender Teams verändern. Mithilfe berufsbiografischer Interviews und ethnografischer Methoden der Alltagsbegleitung werden erste Analysen zu Kooperations- und Beteiligungspraktiken durchgeführt. Leitung des Teilprojekts: Heike Greschke (ZfI der TU Dresden).

e) Herausgabe Sammelband „Sachsen zwischen Integration und Desintegration“: Die Arbeitsergebnisse von DeZiS münden in die abschließende Publikation des Buchs „Sachsen zwischen Integration und Desintegration. Politisch-kulturelle Heimaten“. Es versammelt ca. 12 Beiträge zu den Themen Migration und Integration, politische Kultur und gesellschaftlicher Zusammenhalt. Der Band wird durch einige wichtige Beiträge außerhalb des DeZiS-Projekts ergänzt. Herausgeber: Steffen Kailitz, Frank Asbrock, Oliver Decker, Gert Pickel, Antje Röder, Julia Schulze Wessel.

Projektverantwortlicher: PD Dr. Steffen Kailitz, HAIT, Dresden.
Förderzeitraum: September 2017 bis August 2018.