DeZiS - Demokratischer Zusammenhalt in Sachsen



Im Projekt DeZiS wird sowohl die demokratische Qualität der politischen Kultur als auch der gesellschaftliche Zusammenhalt in Sachsen interdisziplinär erforscht.

DeZiS leistet einen Beitrag, die tiefgreifenden und nachhaltigen Herausforderungen auf dem Gebiet der gesellschaftlichen Integration von Geflüchteten und anderen Migrantengruppen besser zu verstehen, desintegrativen Entwicklungen wie Fremdenfeindlichkeit und Rechtsextremismus entgegenzuwirken und innovative Strategien zur Förderung von demokratischem Zusammenhalt und gesellschaftlicher Integration zu entwickeln.

DeZiS umfasst vier Teilprojekte:

a) theoretische und empirische Grundlagenarbeit auf dem Themenfeld der Erforschung des demokratischen Zusammenhalts und der gesellschaftlichen Integration in Sachsen und Deutschland: Unter Beteiligung von nationalen und internationalen Spitzenforscherinnen und -forschern wird mit dem Handbuch Integration ein Grundlagenwerk mit ca. 70 Aufsätzen zu diesem Themenbereich vorgelegt, dasim Verlag Springer VS erscheint. Es wird gemeinschaftlich von den IFRiS-Mitgliedern Gert Pickel, Oliver Decker, Steffen Kailitz, Antje Röder und Julia Schulze Wessel konzipiert, betreut und herausgegeben.

b) Tiefeninterviews und Gruppendiskussionen mit Geflüchteten in Sachsen mit Blick auf Faktoren ihrer Integration und Desintegration: Im Rahmen des IFRiS-Projekts Flucht und Integration (FLIN) lieferte eine Pretest-Befragung von 61 Geflüchteten in Chemnitz, Leipzig und Dresden in den Jahren 2016/17 wichtige erste Erkenntnisse. Als Zwischenschritt hin zu einer deutschlandweiten Befragung von Geflüchteten werden bei DeZiS auf der Grundlage der Auswertung der Erkenntnisse dieses Pretests Probleme des Fragebogens behoben und die Kenntnisse über Geflüchtete durch qualitative Gruppendiskussionen und Tiefeninterviews in Sachsen erweitert.

c) eine Analyse zu gesellschaftlichen Desintegrationstendenzen in Sachsen mit konkretem Fokus auf extremistische Gewalt, Rechtsextremismus, Rechtspopulismus und Fremdenfeindlichkeit auf Grundlage der Auswertung von Sekundärdaten: In Anbetracht immer wieder aus einzelnen Studien hervorgehenden verkürzten Deutungen wird im Förderzeitraum eine gemeinsame interdisziplinäre und übergreifende Analyse von bestehenden aktuellen Datensätzen (ALLBUS-Studie, Sachsen-Monitor, sowie den „Mitte“-Studien der Universität Leipzig) zur politischen Kultur und zum demokratischen Zusammenhalt in Sachsen durchgeführt. Weiterhin werden systematisch mit der Methode der Inhaltsanalyse Dokumente von rechtsextremen und rechtspopulistischen Akteuren in Sachsen ausgewertet.

d) eine Analyse zur Arbeitsmarktintegration von Geflüchteten in sächsischen Unternehmen: In Kooperation mit dem Zentrum für Integrationsstudien (ZfI) an der TU Dresden wird untersucht, inwieweit sich Strukturen und Praktiken der Entscheidung, Beteiligung und Kooperation in sächsischen Unternehmen mit der Beschäftigung von Geflüchteten und der „Interkulturalisierung“ bestehender Teams verändern. Der Fokus der explorativen Studie liegt auf Unternehmen, die aktuell Praktikanten, Auszubildende und Arbeitnehmer mit Flüchtlings- oder ungeklärtem Status beschäftigen. Mithilfe berufsbiografischer Interviews und ethnografischer Methoden der Alltagsbegleitung werden erste Analysen zu Kooperations- und Beteiligungspraktiken durchgeführt.

Die Arbeitsergebnisse von DeZiS münden in die gemeinsame abschließende Publikation des Buchs Politisch-kulturelle Heimaten. Demokratischer Zusammenhalt in Sachsen und Deutschland. Es versammelt 15 Beiträge in drei Themenblöcken: Migration und Integration; Politische Kultur und gesellschaftlicher Zusammenhalt sowie Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit. An dem Werk wirken vor allem Mitglieder des IFRiS-Netzwerkes, darüber hinaus aber auch eingeladene nationale und internationale Expertinnen und Experten mit.

Projektverantwortlicher: PD Dr. Steffen Kailitz, HAIT, Dresden.
Förderzeitraum: September 2017 bis August 2018.